Samstag, 4. November 2017

Förderung der morphologisch-syntaktischen Sprachebene im Unterrichtsalltag

Die Förderung der morphologisch-syntaktischen Sprachebene lässt sich immer mal wieder ganz leicht mit dem Unterrichtsalltag vereinen - manchmal sind einem diese Möglichkeiten gar nicht so bewusst. Immer mal wieder fällt mir das in meinem eigenen Unterrichts"trott" auf.

Generell ist eine Förderung der morphologisch-syntaktischen Sprachebene immer dann möglich, wenn Kommunikation stattfindet oder die Kinder etwas präsentieren oder ähnliches. Natürlich lässt sich die Förderung auch in Rituale einbetten, die in der Klasse sowieso schon etabliert sind.

  • Reflexion des Arbeitsverhaltens: zum Beispiel Reflexion des Arbeitsverhaltens am Ende des Schultages mit einer Verhaltensampel (Nebensatzbildung mit der Zielstruktur "weil ich ... .")
  • Nennen der Sozialform/Klassendienste: Förderung der Verbzweitstellung (z.B. "Wir wischen die Tafel."). Auch bei der Benennung der Sozialform ist die Förderung der Verbzweitstellung möglich. Diese Möglichkeit ist mir erst letztens selber wieder bewusst geworden; ich Moment benenne ich in meiner 1. Klasse noch, wo wir uns treffen und welche Sozialform wir einnehmen. Ab nächster Woche machen das die Kinder; das Kind, welches Tagesplandienst hat, wird zu mir an die Tafel gerufen und benutzt die Zielstruktur "Wir treffen uns im Stuhlkreis/im Stehkreis/im Halbkreis vor der Tafel/etc."
  • Tagesbeginn: Der ritualisierte Tagesbeginn kann unzählige Lieder oder Verse aufgreifen, die eine bestimmte Zielstruktur verfolgen und so gleichzeitig die morphologisch-syntaktische Sprachebene fördern. In meiner 1. Klasse besprechen wir immer den Tagesplan. Auch hier haben die Kinder bis vor kurzem keine konkrete Zielstruktur verfolgt. Meistens haben die Kinder nacheinander die Fächer aufgezählt "Deutsch, Deutsch, Frühstück, Pause, Mathe, Mathe und dann nach Hause." Auch hier werde ich nun mit einer Zielstruktur arbeiten. Wir werden die Zielstruktur "In der ersten Stunde haben wir Deutsch." usw. verfolgen. Hier wird also die Verwendung des Modalverbs gefördert. In meiner Sprachheilklasse merke ich immer wieder, wie viel Sicherheit den Kindern eine Zielstruktur gibt. Sie wissen, was sie sagen müssen und werden nicht mit möglichen Ausdrucksschwierigkeiten allein gelassen.
  • Reflexion des Unterrichtstages: Förderung der Nebensatzbildung (z.B. "Mir hat gut gefallen, dass ...")
  • ...
Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem kurzen Post einen Einblick in meine sprachheilpädagogische Arbeit geben und hoffe, dass ihr in eurer Klasse auch eine kleine Möglichkeit der Umsetzung im Unterrichtsalltag findet. (Obwohl ich mir sicher bin, dass ihr das meiste eh schon macht!). Falls ihr noch andere Umsetzungsmöglichkeiten seht oder in eurem Unterrichtsalltag umsetzt, lasst mir doch einen kleinen Kommentar da, dann kann ich die Liste hier ggf. ergänzen! 😊

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